Die Münchner Künstlerin Beate Passow erkundet im tim Gründe und Abgründe des gegenwärtigen Europa.

Einst als Hort der Demokratie, Humanität und Kultur gefeiert, sieht Passow das heutige Europa offenbar geprägt von einer militärischen Abwehrhaltung an seinen Grenzen, von einem durch und durch korrumpierten Kapitalismus und von einem immer schamloser auftretenden Neonazismus.

Passow, 2017 ausgezeichnet mit dem renommierten Gabriele Münter Preis, konstatiert zudem einen in die Leere gehenden Eros zwischen den – nur mehr – selbstgefälligen Geschlechtern sowie eine zynische Flüchtlingspolitik, die den Tod vieler Hilfesuchender im Mittelmeer billigend in Kauf nimmt. Erst bei genauerem Hinsehen lässt sich erkennen, dass Passow ihre in Schwarz-Weiß gehaltenen Bilder, die wie Fotomontagen wirken, als raffinierte Tapisserien ausgeführt hat. Entstanden ist eine eindringliche Mythologie des 21. Jahrhunderts, mit der sie die große abendländische Tradition der Tapisserie radikal unterläuft.

Monkey Business ist noch bis zum 1. April im tim zu sehen.

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