Von der ersten Idee bis zur fertigen Kampagne: Das Start-up ZEHNTAUSENDGRAD bietet seinen Kunden kreativen Full-Service im Bereich Videowerbung. Gründer Severin Mitterwald spricht im Interview mit dem Magazin Talente für die Region über seine große Leidenschaft – und wie er sie zum Beruf gemacht hat.
Wann warst du dir sicher, dass du ein Start-up gründen möchtest?

Severin Mitterwald: (lacht) Ich habe schon immer etwas selbst machen wollen. Als Kind habe ich mit einem Skiaufbereitungsservice angefangen, einen mobilen Kiosk eröffnet und mit zehn Jahren den Sandberg sperren lassen, um ein Seifenkistenrennen zu organisieren. Jetzt aber mal zu ZEHNTAUSENDGRAD. Ich war 13 Jahre alt. Videoproduktion war schon immer mein Hobby. Während der Schulzeit habe ich in jeder freien Minute gedreht sowie geschnitten, meist Skate- und BMX-Videos, später auch Trailer für verschiedene Clubs. Dann fing ich an, Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren, habe aber schnell gemerkt, dass mir das zu trocken ist. Darum habe ich schlussendlich den Schritt gewagt, mein Hobby zum Beruf zu machen. Seitdem produziere ich mit meinem momentan zehnköpfigen Team leidenschaftlich die verschiedensten Videos für unsere Kunden.

Auf welche Themenbereiche habt ihr euch spezialisiert?

Severin: ZEHNTAUSENDGRAD übersetzt Markenbotschaften in relevanten Content für die verschiedensten Kanäle. Wir beraten, erstellen Strategien, Styleguides, Konzepte und Videos. Egal, ob datenbasierte Kreation, Imagefilme, Teaser, Commercials, 2D- sowie 3D-Animationen oder Social-Media-Content – wir haben tolle Kunden, spannende Projekte für namhafte Unternehmen und sind viel europaweit unterwegs.

Warum hast du dich da für Augsburg als festen Standort entschieden?

Severin: Ich komme aus Augsburg, bin hier aufgewachsen. Da hat sich für mich eigentlich nie die Frage gestellt, ob ich woanders hin möchte. Im Nachhinein habe ich aber festgestellt, dass Augsburg tatsächlich einer der besten Standorte überhaupt für mein Start-up ist. Wir haben hier nicht die teuren Mieten wie in München, aber dank der A8 und B17 eine tolle Anbindung, egal wohin man möchte. Auch innerhalb Augsburgs ist man schnell überall. Und einige unserer größeren Kunden kommen ebenfalls von hier. Außerdem ist es einfach Heimat.

Welche Möglichkeiten haben junge Unternehmen wie deines bei Talente für die Region?

Severin: Gerade in der Anfangszeit war es sehr schwierig, mögliche Kunden auf mein Start-up aufmerksam zu machen. Klar muss man zuerst einmal ein gewisses Standing aufbauen, die anderen müssen wissen, dass es einen gibt. Auf Netzwerktreffen wie denen von Talente für die Region kommen die wirklichen Entscheider der Region zusammen. Da sehe ich gerade für junge Start-ups die Chance für neue Impulse und um den Fuß in die Tür zu bekommen.

Wie waren deine eigenen Erfahrungen beim Netzwerktreffen?

Severin: Ich habe uns dort vorgestellt und bin sofort mit einigen ins Gespräch gekommen. Am Ende der Veranstaltung hatte ich dann tatsächlich auch fünf Visitenkarten im Gepäck. Dadurch kamen direkt im Nachgang mehrere sehr positive Kundengespräche zustande. Meiner Erfahrung nach sollte man solche Treffen auf jeden Fall nutzen, um sich kennenzulernen und bei den anderen Unternehmern Tipps abzuholen. Ganz salopp gesagt: Wenn dir ein erfahrener Unternehmer von seinen eigenen Fehlern in der Anfangszeit erzählt, brauchst du selbst diese Fehler schon nicht mehr zu machen. Durch diese Gespräche hat man gerade als junges Start-up die tolle Möglichkeit, sich in die bestehende Wirtschaft zu integrieren. Und durch die ganz eigene Herangehensweise, die wir Jungen mitbringen, kann vielleicht auch der ein oder andere Alteingesessene noch etwas lernen.