Erzähl doch mal mehr über die Anfänge deines Start-ups. Wie kam es zur Gründung?

Die Idee für Planstack entstand bereits 2016. Damals war ich selbst noch in der Bauleitung tätig. Zu meinen Aufgaben gehörte u.a. die Bemusterungen und Sönderwünsche von Wohnungskäufern auszuwerten, diese (falls erforderlich) mit in die Planung aufnehmen zu lassen und letztendlich dann auch auf der Baustelle die Einbauarbeiten mit den Handwerksunternehmen zu koordinieren. Mit den bis dahin in der Bauleitung zur Verfügung stehenden analogen Mitteln stieß ich hier schnell an meine Grenzen. Es war schwer den Überblick zu behalten, in welcher Wohnung nun welche Elemente eingebaut werden sollten. Hinzu kommt, dass der Informationsfluss unter den vielen Beteiligten oftmals sehr verstrickt ist und dadurch einzelne Daten schnell verloren gehen können.

Wir haben uns lange Gedanken gemacht, wie wir diese komplexen Prozesse auf einer Plattform vereinheitlichen können. Mein Teamkollege Sascha Schütz entwarf daraufhin im Februar letzten Jahres einen ersten digitalen Protypen, den wir auch gleich bei ersten Bauunternehmen vorgestellt haben. Durch die durchweg positive Resonanz haben wir schnell das Potenzial erkannt und uns für die Gründung entschieden.

Hättest du dir je erträumt, dass du mal ein Start-up gründen würdest?

Ehrlich gesagt, nicht so ganz. Ich war in meinen klassischen Anstellungsverhältnissen sehr zufrieden und habe eine Gründung zuvor nicht in Betracht gezogen.

Bei meinen beiden Teamkollegen ist das anders. Alex und Sascha sind beide Entwickler und in der IT-Branche ist das Thema einer eigenen Unternehmensgründung einfach präsenter. Es wurde letztendlich von Beiden nur noch die richtige Idee gesucht.

Was ist im Start-up-Team besonders wichtig? Worauf legst du als CEO Wert?

Für mich ist eine gute Teamdynamik und auch Zuverlässigkeit sehr wichtig. Bei uns hat jeder inzwischen seinen Kompetenzbereich im Unternehmen und dabei kann ich mich immer zu 100% auf meine beiden Mitgründer verlassen. Bei größeren Entscheidungen sprechen wir uns ab und diskutieren auch viel. Wir ergänzen uns einfach sehr gut in den unterschiedlichen Bereichen, sowohl (bau-)technisch als auch unternehmerisch.

Was ist für die Zukunft geplant? Welche Etappen stehen in der nächsten Zeit an?

Um die Vision, die wir mit Planstack verfolgen, weiter voranzubringen, ist für das kommende Jahr viel geplant. Neben produktspezifischen Zielen sind das natürlich auch unternehmerische Meilensteine, die wir uns gesetzt haben. Wir haben noch eine Menge Ideen, wie wir weitere Prozesse in der Baubranche digitalisieren und auch optimieren können und freuen uns diese schnellstmöglich umzusetzen. Dazu brauchen wir natürlich auch ein starkes Team und auch neue Mitarbeiter, die ebenfalls für die Idee brennen und mit uns etwas in der Baubranche bewegen wollen.

Welches Feedback bekommst du?

Das Feedback zu Planstack, war bisher sehr positiv. Viele Bauunternehmen haben mittlerweile gemerkt, dass mit digitalen Tools viel Zeit und damit letztendlich auch Geld gespart werden kann. Unsere Kunden und Interessenten sind sehr zufrieden mit unserer Anwendung, da man mit wenig Aufwand, komplexe Prozesse schnell und einfach abbilden kann und wir den gesamten Bauprozess begleiten.

Nach Vorträgen kommt es häufig vor, dass neben Bauunternehmen auch Eigentümer bzw. ehemalige Wohnungskäufer selbst auf mich zukommen und von der Idee begeistert sind. Das sind dann oft Sätze wie “Ach, hätte ich Ihre Anwendung doch bei meinem Wohnungskauf gehabt,…”. Dieses Feedback ist für mich persönlich dann auch sehr schön zu hören.

Wie viel unternehmerische Vorerfahrung braucht man?

Praktische Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln, finde ich sehr wichtig. Ich denke, allein mit theoretischem Wissen und Kenntnissen aus dem Studium ist es schwer selbst ein Unternehmer oder eine Unternehmerin zu werden. Es hilft zum einen für die Vertiefung der fachlichen Kenntnisse und zum anderen für die Weiterentwicklung der eigenen “soft skills”. Wie lange praktische Erfahrung gesammelt werden sollte, kommt auch hier wieder auf die Person an.

Wann habt ihr Conntac gegründet? Was hat sich seitdem getan und wo wollt ihr hin?
Wir, Dr. Michael Faath, Benjamin Wöhrl, Christoph Keller und Prof. Dr. Rolf Winter, haben die Conntac GmbH im Jahre 2017 gegründet. Mittlerweile sind wir auf ein 14-köpfiges Team herangewachsen. Unsere Reise begann mit dem EXIST-Gründerstipendium und einer anschließenden Acceleration im Wayra-Startup-Accelerator. Ein Jahr später veröffentlichten wir die o2 DSL Hilfe App in Zusammenarbeit mit Telefónica Deutschland mit großem Erfolg und haben eine Finanzierungsrunde im hohen sechsstelligen Bereich abgeschlossen. Seit 2019 ist die Lösung auch bei M-net im Einsatz und wird stetig ausgebaut.

Wir sind stolz auf das bisher Erreichte, wir haben aber noch viel vor: Wir sehen auch in anderen Branchen einen großen Bedarf an hochwertigen Self-Service Lösungen wie unserer. Daher halten wir ständig Ausschau nach interessanten Anwendungsfällen. Ganz nach unserer Vision, dass alle Menschen durch unsere Hilfe komplexe Vorgänge selbst meistern. Sogar ein Space Shuttle kann von Laien repariert werden, wenn die Anleitung nur verständlich genug ist.

Wie genau funktioniert die Conntac Self-Service Lösung?
Mit unserer Self-Service Lösung sagen wir Problemen mit dem Internetanschluss den Kampf an und nehmen Menschen bei der Behebung an die Hand. Die Self-Service Lösung besteht aus der Conntac Self-Service App für Endkunden und dem Conntac Dashboard für Manager und Service-Agenten. Der von uns entwickelte Conntac Self-Service Process geht Schritt für Schritt vor, um die Situation beim Kunden gezielt und zunächst automatisch zu analysieren. Anschließend kombinieren wir Messalgorithmen mit intelligenten Rückfragen, um das Problem besser zu verstehen und mithilfe von interaktiven Anleitungen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Kann das Problem nicht direkt gelöst werden, stellen wir eine Verbindung zum Support des Internetproviders her, jetzt allerdings mit dem großen Unterschied, dass der Support-Mitarbeiter Zugriff auf die Daten aus dem Prozess hat und dem Kunden so gezielt und schnell weiterhelfen kann. Die Whitelabel-Lösung erweitert das Serviceangebot für zufriedenere Kunden bei gleichzeitiger Entlastung der Hotline.
Die Conntac Self-Service Lösung ist auf verschiedenste Einsatzgebiete anpassbar, richtig?
Unser erstes Einsatzgebiet ist die Hilfe bei Internetproblemen. Dort haben wir gezeigt, wie gut unsere Lösung funktioniert. Unser entwickelter Prozess eignet sich aber für alle Anwendungsfälle, bei denen Menschen mit Technologie in Berührung kommen und Hilfe benötigen. Wir sind bereits in Gesprächen mit Unternehmen anderer Branchen und haben Szenarien identifiziert, in denen unsere Technologie Nutzerinnen und Nutzern das Leben erleichtern und den Unternehmen Kosten sparen können. 2019 konzentrieren wir uns noch primär auf den Markt der Internetanbieter, ab 2020 starten wir ausgewählte Pilotprojekte in anderen Branchen.
Ihr hattet beim Talente für die Region Netzwerktreffen bei Grenzebach die Möglichkeit Conntac zu präsentieren. Welche Vorteile seht Ihr in diesem Projekt?
Selten hat man die Gelegenheit, vor so vielen Entscheidern verschiedener Unternehmen unserer Region gleichzeitig zu präsentieren. Durch das lockere Rahmenprogramm kommt man auch Abseits der Präsentation schnell ins Gespräch und lernt andere Unternehmen, Unternehmer aber natürlich auch die jungen Talente kennen.
Welches Resümee konntest du für Conntac aus der Teilnahme am Netzwerktreffen ziehen?
Wir fanden die Veranstaltung sehr gelungen und konnten viele neue Kontakte knüpfen und bekannte Gesichter begrüßen. Gerade die starke Präsenz von regionalen Mittelständlern hilft uns, neue Anwendungsfälle für unsere Lösung mit den richtigen Entscheidern gemeinsam zu besprechen und Anknüpfpunkte zu finden. Sehr interessant war auch die Führung über das Gelände von Grenzebach.