Aus Hochschulsport wurde ein Start-up: Angefangen hatte alles mit dem „Gettoworkout“ (GWO) an der Universität Augsburg. Markus Fritschi, Moritz Fleisch und Erik Schmelter entwickelten auf die Sportkurse hin den Corporate Health Club (CHC). Die digitale Gesundheits-Plattform ist speziell auf Unternehmen ausgelegt. Heute trifft man die Gründer nicht mehr nur in der Turnhalle, sondern auf Netzwerk-Veranstaltungen unter den erfolgreichsten Start-ups der Region und deutschlandweit. Markus Fritschi erzählt mehr über die Plattform.
Wie kam es zur Gründung von CHC?
Angefangen hatte alles mit den GWO-Kursen. Irgendwann wollten wir unser Produkt digitalisieren, um mehr Leute zu erreichen. Das vielfältige Sport- und Gesundheitsangebot sollte es nicht nur in Augsburg, sondern auch in anderen Städten geben. Das konnten wir erreichen, indem wir Videos aufnahmen, in denen wir die Übungen gut vormachen konnten. Wir wollten, dass jeder Zugriff auf das Produkt hat. Und die Nachfrage war da.

Zusätzlich hatten wir angefangen, GWO-Kurse für Firmen anzubieten. Das hat allerdings nicht ganz so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Mitarbeiter arbeiten doch unterschiedlich lange, beispielsweise in Teilzeit, oder wohnen nicht in der Umgebung und haben einen weiteren Weg zum Arbeitsplatz. Mit CHC kann jeder die Plattform ganz unabhängig, individuell und nicht limitiert nutzen, wann und wo er will.

Was liegt euch besonders am Herzen, welcher Impuls steckt hinter CHC?
Wir möchten die Mitarbeiter für mehr Bewusstsein für die eigene Gesundheit und körperliche Befindlichkeiten sensibilisieren und sie aktivieren. Und wirklich jeden einzelnen abholen und ihm das für seine Gesundheit bieten, was er braucht. Auch Training ist eine Investition, aber eine, die sich zweifellos lohnt. Alleine, wenn ich zehn bis zwanzig Minuten am Tag etwas für mich tue, wird es mir der Körper später danken. Die App werden wir so weiterentwickeln, dass wirklich jeder Lust drauf hat.
Wie wichtig sind Netzwerk-Veranstaltungen für das Start-up?
Sehr wichtig, vor allem die Veranstaltungen, bei denen man Entscheider trifft. Da hat man den direkten, persönlichen Kontakt und kann auch ausführlicher über das Produkt sprechen. Der Digital Day 2019, veranstaltet von Kommdirekt und dem vmm wirtschaftsverlag, war beispielsweise ideal. Gerade auf einer Veranstaltung, die über Digitalisierung informiert, konnte man den Unternehmen ein einfaches Produkt wie CHC näherbringen. Vor dem abstrakten Thema Digitalisierung schreckt man häufig etwas zurück und hat da im Zusammenhang auf CHC gesehen, so kompliziert ist das gar nicht. Auf den Netzwerk-Treffen von Talente für die Region konnten wir schon viele nützliche Kontakte knüpfen, die uns weitergebracht haben.
Was würdest du anderen Gründern aus eigener Erfahrung raten?
Erst einmal eine Marktanalyse zu machen, ob man die Idee groß aufziehen kann. Es bringt nichts, eine App oder ein Produkt zu entwickeln, das am Ende niemand braucht. Dann muss man einen klaren Mehrwert ausarbeiten. Ich würde also nach der Reihenfolge ‚Fragen-Testen-Machen‘ vorgehen und nicht umgekehrt, und das alles selbstverständlich Schritt für Schritt.
Welche Entwicklungen stehen bezüglich der Plattform in der nächsten Zeit an?
Die Plattform hat man zwar digital auf dem Smartphone, Tablet oder PC immer und überall griffbereit. Was öfter doch noch fehlt, ist die Motivation, die Übungen auch durchzuführen. Hierzu arbeiten wir an einem Erinnerungs- und Belohnungssystem, um die Nutzer zu animieren, dranzubleiben. Auch bekommt so jeder seinen individuellen Gesundheitsplan. Es gibt Vorschläge und Tipps für die richtige Ernährung oder welche Einheit man länger nicht mehr gemacht hat. Aus den Bereichen Fitness und Yoga, Entspannung, Ernährung und Bewegung am Arbeitsplatz kann sich jeder seinen Mix zusammenstellen und auf dem geraden Gesundheitsweg auch mal nach links und rechts blicken. Außerdem sind noch weitere, spannende Entwicklungen in Sicht, die wir erstmal noch nicht verraten. Wir gehen Schritt für Schritt vor – und bauen langsam Muskeln auf.