Interview Planstack

Interview Planstack

Erzähl doch mal mehr über die Anfänge deines Start-ups. Wie kam es zur Gründung?

Die Idee für Planstack entstand bereits 2016. Damals war ich selbst noch in der Bauleitung tätig. Zu meinen Aufgaben gehörte u.a. die Bemusterungen und Sönderwünsche von Wohnungskäufern auszuwerten, diese (falls erforderlich) mit in die Planung aufnehmen zu lassen und letztendlich dann auch auf der Baustelle die Einbauarbeiten mit den Handwerksunternehmen zu koordinieren. Mit den bis dahin in der Bauleitung zur Verfügung stehenden analogen Mitteln stieß ich hier schnell an meine Grenzen. Es war schwer den Überblick zu behalten, in welcher Wohnung nun welche Elemente eingebaut werden sollten. Hinzu kommt, dass der Informationsfluss unter den vielen Beteiligten oftmals sehr verstrickt ist und dadurch einzelne Daten schnell verloren gehen können.

Wir haben uns lange Gedanken gemacht, wie wir diese komplexen Prozesse auf einer Plattform vereinheitlichen können. Mein Teamkollege Sascha Schütz entwarf daraufhin im Februar letzten Jahres einen ersten digitalen Protypen, den wir auch gleich bei ersten Bauunternehmen vorgestellt haben. Durch die durchweg positive Resonanz haben wir schnell das Potenzial erkannt und uns für die Gründung entschieden.

Hättest du dir je erträumt, dass du mal ein Start-up gründen würdest?

Ehrlich gesagt, nicht so ganz. Ich war in meinen klassischen Anstellungsverhältnissen sehr zufrieden und habe eine Gründung zuvor nicht in Betracht gezogen.

Bei meinen beiden Teamkollegen ist das anders. Alex und Sascha sind beide Entwickler und in der IT-Branche ist das Thema einer eigenen Unternehmensgründung einfach präsenter. Es wurde letztendlich von Beiden nur noch die richtige Idee gesucht.

Was ist im Start-up-Team besonders wichtig? Worauf legst du als CEO Wert?

Für mich ist eine gute Teamdynamik und auch Zuverlässigkeit sehr wichtig. Bei uns hat jeder inzwischen seinen Kompetenzbereich im Unternehmen und dabei kann ich mich immer zu 100% auf meine beiden Mitgründer verlassen. Bei größeren Entscheidungen sprechen wir uns ab und diskutieren auch viel. Wir ergänzen uns einfach sehr gut in den unterschiedlichen Bereichen, sowohl (bau-)technisch als auch unternehmerisch.

Was ist für die Zukunft geplant? Welche Etappen stehen in der nächsten Zeit an?

Um die Vision, die wir mit Planstack verfolgen, weiter voranzubringen, ist für das kommende Jahr viel geplant. Neben produktspezifischen Zielen sind das natürlich auch unternehmerische Meilensteine, die wir uns gesetzt haben. Wir haben noch eine Menge Ideen, wie wir weitere Prozesse in der Baubranche digitalisieren und auch optimieren können und freuen uns diese schnellstmöglich umzusetzen. Dazu brauchen wir natürlich auch ein starkes Team und auch neue Mitarbeiter, die ebenfalls für die Idee brennen und mit uns etwas in der Baubranche bewegen wollen.

Welches Feedback bekommst du?

Das Feedback zu Planstack, war bisher sehr positiv. Viele Bauunternehmen haben mittlerweile gemerkt, dass mit digitalen Tools viel Zeit und damit letztendlich auch Geld gespart werden kann. Unsere Kunden und Interessenten sind sehr zufrieden mit unserer Anwendung, da man mit wenig Aufwand, komplexe Prozesse schnell und einfach abbilden kann und wir den gesamten Bauprozess begleiten.

Nach Vorträgen kommt es häufig vor, dass neben Bauunternehmen auch Eigentümer bzw. ehemalige Wohnungskäufer selbst auf mich zukommen und von der Idee begeistert sind. Das sind dann oft Sätze wie “Ach, hätte ich Ihre Anwendung doch bei meinem Wohnungskauf gehabt,…”. Dieses Feedback ist für mich persönlich dann auch sehr schön zu hören.

Wie viel unternehmerische Vorerfahrung braucht man?

Praktische Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln, finde ich sehr wichtig. Ich denke, allein mit theoretischem Wissen und Kenntnissen aus dem Studium ist es schwer selbst ein Unternehmer oder eine Unternehmerin zu werden. Es hilft zum einen für die Vertiefung der fachlichen Kenntnisse und zum anderen für die Weiterentwicklung der eigenen “soft skills”. Wie lange praktische Erfahrung gesammelt werden sollte, kommt auch hier wieder auf die Person an.

Wann habt ihr Conntac gegründet? Was hat sich seitdem getan und wo wollt ihr hin?
Wir, Dr. Michael Faath, Benjamin Wöhrl, Christoph Keller und Prof. Dr. Rolf Winter, haben die Conntac GmbH im Jahre 2017 gegründet. Mittlerweile sind wir auf ein 14-köpfiges Team herangewachsen. Unsere Reise begann mit dem EXIST-Gründerstipendium und einer anschließenden Acceleration im Wayra-Startup-Accelerator. Ein Jahr später veröffentlichten wir die o2 DSL Hilfe App in Zusammenarbeit mit Telefónica Deutschland mit großem Erfolg und haben eine Finanzierungsrunde im hohen sechsstelligen Bereich abgeschlossen. Seit 2019 ist die Lösung auch bei M-net im Einsatz und wird stetig ausgebaut.

Wir sind stolz auf das bisher Erreichte, wir haben aber noch viel vor: Wir sehen auch in anderen Branchen einen großen Bedarf an hochwertigen Self-Service Lösungen wie unserer. Daher halten wir ständig Ausschau nach interessanten Anwendungsfällen. Ganz nach unserer Vision, dass alle Menschen durch unsere Hilfe komplexe Vorgänge selbst meistern. Sogar ein Space Shuttle kann von Laien repariert werden, wenn die Anleitung nur verständlich genug ist.

Wie genau funktioniert die Conntac Self-Service Lösung?
Mit unserer Self-Service Lösung sagen wir Problemen mit dem Internetanschluss den Kampf an und nehmen Menschen bei der Behebung an die Hand. Die Self-Service Lösung besteht aus der Conntac Self-Service App für Endkunden und dem Conntac Dashboard für Manager und Service-Agenten. Der von uns entwickelte Conntac Self-Service Process geht Schritt für Schritt vor, um die Situation beim Kunden gezielt und zunächst automatisch zu analysieren. Anschließend kombinieren wir Messalgorithmen mit intelligenten Rückfragen, um das Problem besser zu verstehen und mithilfe von interaktiven Anleitungen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Kann das Problem nicht direkt gelöst werden, stellen wir eine Verbindung zum Support des Internetproviders her, jetzt allerdings mit dem großen Unterschied, dass der Support-Mitarbeiter Zugriff auf die Daten aus dem Prozess hat und dem Kunden so gezielt und schnell weiterhelfen kann. Die Whitelabel-Lösung erweitert das Serviceangebot für zufriedenere Kunden bei gleichzeitiger Entlastung der Hotline.
Die Conntac Self-Service Lösung ist auf verschiedenste Einsatzgebiete anpassbar, richtig?
Unser erstes Einsatzgebiet ist die Hilfe bei Internetproblemen. Dort haben wir gezeigt, wie gut unsere Lösung funktioniert. Unser entwickelter Prozess eignet sich aber für alle Anwendungsfälle, bei denen Menschen mit Technologie in Berührung kommen und Hilfe benötigen. Wir sind bereits in Gesprächen mit Unternehmen anderer Branchen und haben Szenarien identifiziert, in denen unsere Technologie Nutzerinnen und Nutzern das Leben erleichtern und den Unternehmen Kosten sparen können. 2019 konzentrieren wir uns noch primär auf den Markt der Internetanbieter, ab 2020 starten wir ausgewählte Pilotprojekte in anderen Branchen.
Ihr hattet beim Talente für die Region Netzwerktreffen bei Grenzebach die Möglichkeit Conntac zu präsentieren. Welche Vorteile seht Ihr in diesem Projekt?
Selten hat man die Gelegenheit, vor so vielen Entscheidern verschiedener Unternehmen unserer Region gleichzeitig zu präsentieren. Durch das lockere Rahmenprogramm kommt man auch Abseits der Präsentation schnell ins Gespräch und lernt andere Unternehmen, Unternehmer aber natürlich auch die jungen Talente kennen.
Welches Resümee konntest du für Conntac aus der Teilnahme am Netzwerktreffen ziehen?
Wir fanden die Veranstaltung sehr gelungen und konnten viele neue Kontakte knüpfen und bekannte Gesichter begrüßen. Gerade die starke Präsenz von regionalen Mittelständlern hilft uns, neue Anwendungsfälle für unsere Lösung mit den richtigen Entscheidern gemeinsam zu besprechen und Anknüpfpunkte zu finden. Sehr interessant war auch die Führung über das Gelände von Grenzebach.
Interview Conntac – The self-service company

Interview Conntac – The self-service company

Conntac hilft, Probleme rund um den Internetanschluss selbständig zu lösen: von der Entstörung des Internetanschlusses bis hin zur schnellen Kontaktaufnahme zum Kundencenter​-​ 24/7, intuitiv und schnell.

Conntac ist ein aufstrebendes IT-Unternehmen mit Sitz in Augsburg. Das Team aus interdisziplinären Talenten entwickelt durchdachte und benutzerfreundliche Self-Service Lösungen für die TK-Branche. Diese helfen täglich tausenden von Kundinnen und Kunden: von der selbständigen Entstörung des Internetanschlusses bis hin zur schnellen Kontaktaufnahme zum Kundencenter – 24/7, intuitiv und schnell. Im Interview sprechen die Gründer der Conntac GmbH, Dr. Michael Faath und Benjamin Wöhrl, mit Talente für die Region über ihre Self-Service Lösung.

Mehr erfahren: ​www.conntac.net

Wann habt ihr Conntac gegründet? Was hat sich seitdem getan und wo wollt ihr hin?
Wir, Dr. Michael Faath, Benjamin Wöhrl, Christoph Keller und Prof. Dr. Rolf Winter, haben die Conntac GmbH im Jahre 2017 gegründet. Mittlerweile sind wir auf ein 14-köpfiges Team herangewachsen. Unsere Reise begann mit dem EXIST-Gründerstipendium und einer anschließenden Acceleration im Wayra-Startup-Accelerator. Ein Jahr später veröffentlichten wir die o2 DSL Hilfe App in Zusammenarbeit mit Telefónica Deutschland mit großem Erfolg und haben eine Finanzierungsrunde im hohen sechsstelligen Bereich abgeschlossen. Seit 2019 ist die Lösung auch bei M-net im Einsatz und wird stetig ausgebaut.

Wir sind stolz auf das bisher Erreichte, wir haben aber noch viel vor: Wir sehen auch in anderen Branchen einen großen Bedarf an hochwertigen Self-Service Lösungen wie unserer. Daher halten wir ständig Ausschau nach interessanten Anwendungsfällen. Ganz nach unserer Vision, dass alle Menschen durch unsere Hilfe komplexe Vorgänge selbst meistern. Sogar ein Space Shuttle kann von Laien repariert werden, wenn die Anleitung nur verständlich genug ist.

Wie genau funktioniert die Conntac Self-Service Lösung?
Mit unserer Self-Service Lösung sagen wir Problemen mit dem Internetanschluss den Kampf an und nehmen Menschen bei der Behebung an die Hand. Die Self-Service Lösung besteht aus der Conntac Self-Service App für Endkunden und dem Conntac Dashboard für Manager und Service-Agenten. Der von uns entwickelte Conntac Self-Service Process geht Schritt für Schritt vor, um die Situation beim Kunden gezielt und zunächst automatisch zu analysieren. Anschließend kombinieren wir Messalgorithmen mit intelligenten Rückfragen, um das Problem besser zu verstehen und mithilfe von interaktiven Anleitungen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Kann das Problem nicht direkt gelöst werden, stellen wir eine Verbindung zum Support des Internetproviders her, jetzt allerdings mit dem großen Unterschied, dass der Support-Mitarbeiter Zugriff auf die Daten aus dem Prozess hat und dem Kunden so gezielt und schnell weiterhelfen kann. Die Whitelabel-Lösung erweitert das Serviceangebot für zufriedenere Kunden bei gleichzeitiger Entlastung der Hotline.
Die Conntac Self-Service Lösung ist auf verschiedenste Einsatzgebiete anpassbar, richtig?
Unser erstes Einsatzgebiet ist die Hilfe bei Internetproblemen. Dort haben wir gezeigt, wie gut unsere Lösung funktioniert. Unser entwickelter Prozess eignet sich aber für alle Anwendungsfälle, bei denen Menschen mit Technologie in Berührung kommen und Hilfe benötigen. Wir sind bereits in Gesprächen mit Unternehmen anderer Branchen und haben Szenarien identifiziert, in denen unsere Technologie Nutzerinnen und Nutzern das Leben erleichtern und den Unternehmen Kosten sparen können. 2019 konzentrieren wir uns noch primär auf den Markt der Internetanbieter, ab 2020 starten wir ausgewählte Pilotprojekte in anderen Branchen.
Ihr hattet beim Talente für die Region Netzwerktreffen bei Grenzebach die Möglichkeit Conntac zu präsentieren. Welche Vorteile seht Ihr in diesem Projekt?
Selten hat man die Gelegenheit, vor so vielen Entscheidern verschiedener Unternehmen unserer Region gleichzeitig zu präsentieren. Durch das lockere Rahmenprogramm kommt man auch Abseits der Präsentation schnell ins Gespräch und lernt andere Unternehmen, Unternehmer aber natürlich auch die jungen Talente kennen.
Welches Resümee konntest du für Conntac aus der Teilnahme am Netzwerktreffen ziehen?
Wir fanden die Veranstaltung sehr gelungen und konnten viele neue Kontakte knüpfen und bekannte Gesichter begrüßen. Gerade die starke Präsenz von regionalen Mittelständlern hilft uns, neue Anwendungsfälle für unsere Lösung mit den richtigen Entscheidern gemeinsam zu besprechen und Anknüpfpunkte zu finden. Sehr interessant war auch die Führung über das Gelände von Grenzebach.
Interview Corporate Health Club

Interview Corporate Health Club

Aus Hochschulsport wurde ein Start-up: Angefangen hatte alles mit dem „Gettoworkout“ (GWO) an der Universität Augsburg. Markus Fritschi, Moritz Fleisch und Erik Schmelter entwickelten auf die Sportkurse hin den Corporate Health Club (CHC). Die digitale Gesundheits-Plattform ist speziell auf Unternehmen ausgelegt. Heute trifft man die Gründer nicht mehr nur in der Turnhalle, sondern auf Netzwerk-Veranstaltungen unter den erfolgreichsten Start-ups der Region und deutschlandweit. Markus Fritschi erzählt mehr über die Plattform.
Wie kam es zur Gründung von CHC?
Angefangen hatte alles mit den GWO-Kursen. Irgendwann wollten wir unser Produkt digitalisieren, um mehr Leute zu erreichen. Das vielfältige Sport- und Gesundheitsangebot sollte es nicht nur in Augsburg, sondern auch in anderen Städten geben. Das konnten wir erreichen, indem wir Videos aufnahmen, in denen wir die Übungen gut vormachen konnten. Wir wollten, dass jeder Zugriff auf das Produkt hat. Und die Nachfrage war da.

Zusätzlich hatten wir angefangen, GWO-Kurse für Firmen anzubieten. Das hat allerdings nicht ganz so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Mitarbeiter arbeiten doch unterschiedlich lange, beispielsweise in Teilzeit, oder wohnen nicht in der Umgebung und haben einen weiteren Weg zum Arbeitsplatz. Mit CHC kann jeder die Plattform ganz unabhängig, individuell und nicht limitiert nutzen, wann und wo er will.

Was liegt euch besonders am Herzen, welcher Impuls steckt hinter CHC?
Wir möchten die Mitarbeiter für mehr Bewusstsein für die eigene Gesundheit und körperliche Befindlichkeiten sensibilisieren und sie aktivieren. Und wirklich jeden einzelnen abholen und ihm das für seine Gesundheit bieten, was er braucht. Auch Training ist eine Investition, aber eine, die sich zweifellos lohnt. Alleine, wenn ich zehn bis zwanzig Minuten am Tag etwas für mich tue, wird es mir der Körper später danken. Die App werden wir so weiterentwickeln, dass wirklich jeder Lust drauf hat.
Wie wichtig sind Netzwerk-Veranstaltungen für das Start-up?
Sehr wichtig, vor allem die Veranstaltungen, bei denen man Entscheider trifft. Da hat man den direkten, persönlichen Kontakt und kann auch ausführlicher über das Produkt sprechen. Der Digital Day 2019, veranstaltet von Kommdirekt und dem vmm wirtschaftsverlag, war beispielsweise ideal. Gerade auf einer Veranstaltung, die über Digitalisierung informiert, konnte man den Unternehmen ein einfaches Produkt wie CHC näherbringen. Vor dem abstrakten Thema Digitalisierung schreckt man häufig etwas zurück und hat da im Zusammenhang auf CHC gesehen, so kompliziert ist das gar nicht. Auf den Netzwerk-Treffen von Talente für die Region konnten wir schon viele nützliche Kontakte knüpfen, die uns weitergebracht haben.
Was würdest du anderen Gründern aus eigener Erfahrung raten?
Erst einmal eine Marktanalyse zu machen, ob man die Idee groß aufziehen kann. Es bringt nichts, eine App oder ein Produkt zu entwickeln, das am Ende niemand braucht. Dann muss man einen klaren Mehrwert ausarbeiten. Ich würde also nach der Reihenfolge ‚Fragen-Testen-Machen‘ vorgehen und nicht umgekehrt, und das alles selbstverständlich Schritt für Schritt.
Welche Entwicklungen stehen bezüglich der Plattform in der nächsten Zeit an?
Die Plattform hat man zwar digital auf dem Smartphone, Tablet oder PC immer und überall griffbereit. Was öfter doch noch fehlt, ist die Motivation, die Übungen auch durchzuführen. Hierzu arbeiten wir an einem Erinnerungs- und Belohnungssystem, um die Nutzer zu animieren, dranzubleiben. Auch bekommt so jeder seinen individuellen Gesundheitsplan. Es gibt Vorschläge und Tipps für die richtige Ernährung oder welche Einheit man länger nicht mehr gemacht hat. Aus den Bereichen Fitness und Yoga, Entspannung, Ernährung und Bewegung am Arbeitsplatz kann sich jeder seinen Mix zusammenstellen und auf dem geraden Gesundheitsweg auch mal nach links und rechts blicken. Außerdem sind noch weitere, spannende Entwicklungen in Sicht, die wir erstmal noch nicht verraten. Wir gehen Schritt für Schritt vor – und bauen langsam Muskeln auf.
Interview ZEHNTAUSENDGRAD

Interview ZEHNTAUSENDGRAD

Von der ersten Idee bis zur fertigen Kampagne: Das Start-up ZEHNTAUSENDGRAD bietet seinen Kunden kreativen Full-Service im Bereich Videowerbung. Gründer Severin Mitterwald spricht im Interview mit dem Magazin Talente für die Region über seine große Leidenschaft – und wie er sie zum Beruf gemacht hat.
Wann warst du dir sicher, dass du ein Start-up gründen möchtest?
Severin Mitterwald: (lacht) Ich habe schon immer etwas selbst machen wollen. Als Kind habe ich mit einem Skiaufbereitungsservice angefangen, einen mobilen Kiosk eröffnet und mit zehn Jahren den Sandberg sperren lassen, um ein Seifenkistenrennen zu organisieren. Jetzt aber mal zu ZEHNTAUSENDGRAD. Ich war 13 Jahre alt. Videoproduktion war schon immer mein Hobby. Während der Schulzeit habe ich in jeder freien Minute gedreht sowie geschnitten, meist Skate- und BMX-Videos, später auch Trailer für verschiedene Clubs. Dann fing ich an, Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren, habe aber schnell gemerkt, dass mir das zu trocken ist. Darum habe ich schlussendlich den Schritt gewagt, mein Hobby zum Beruf zu machen. Seitdem produziere ich mit meinem momentan zehnköpfigen Team leidenschaftlich die verschiedensten Videos für unsere Kunden.
Auf welche Themenbereiche habt ihr euch spezialisiert?
Severin: ZEHNTAUSENDGRAD übersetzt Markenbotschaften in relevanten Content für die verschiedensten Kanäle. Wir beraten, erstellen Strategien, Styleguides, Konzepte und Videos. Egal, ob datenbasierte Kreation, Imagefilme, Teaser, Commercials, 2D- sowie 3D-Animationen oder Social-Media-Content – wir haben tolle Kunden, spannende Projekte für namhafte Unternehmen und sind viel europaweit unterwegs.
Warum hast du dich da für Augsburg als festen Standort entschieden?
Severin: Ich komme aus Augsburg, bin hier aufgewachsen. Da hat sich für mich eigentlich nie die Frage gestellt, ob ich woanders hin möchte. Im Nachhinein habe ich aber festgestellt, dass Augsburg tatsächlich einer der besten Standorte überhaupt für mein Start-up ist. Wir haben hier nicht die teuren Mieten wie in München, aber dank der A8 und B17 eine tolle Anbindung, egal wohin man möchte. Auch innerhalb Augsburgs ist man schnell überall. Und einige unserer größeren Kunden kommen ebenfalls von hier. Außerdem ist es einfach Heimat.
Welche Möglichkeiten haben junge Unternehmen wie deines bei Talente für die Region?
Severin: Gerade in der Anfangszeit war es sehr schwierig, mögliche Kunden auf mein Start-up aufmerksam zu machen. Klar muss man zuerst einmal ein gewisses Standing aufbauen, die anderen müssen wissen, dass es einen gibt. Auf Netzwerktreffen wie denen von Talente für die Region kommen die wirklichen Entscheider der Region zusammen. Da sehe ich gerade für junge Start-ups die Chance für neue Impulse und um den Fuß in die Tür zu bekommen.
Wie waren deine eigenen Erfahrungen beim Netzwerktreffen?
Severin: Ich habe uns dort vorgestellt und bin sofort mit einigen ins Gespräch gekommen. Am Ende der Veranstaltung hatte ich dann tatsächlich auch fünf Visitenkarten im Gepäck. Dadurch kamen direkt im Nachgang mehrere sehr positive Kundengespräche zustande. Meiner Erfahrung nach sollte man solche Treffen auf jeden Fall nutzen, um sich kennenzulernen und bei den anderen Unternehmern Tipps abzuholen. Ganz salopp gesagt: Wenn dir ein erfahrener Unternehmer von seinen eigenen Fehlern in der Anfangszeit erzählt, brauchst du selbst diese Fehler schon nicht mehr zu machen. Durch diese Gespräche hat man gerade als junges Start-up die tolle Möglichkeit, sich in die bestehende Wirtschaft zu integrieren. Und durch die ganz eigene Herangehensweise, die wir Jungen mitbringen, kann vielleicht auch der ein oder andere Alteingesessene noch etwas lernen.
Interview Boxbote

Interview Boxbote

Boxbote liefert seinen Kunden leckeres Essen, feinste Getränke, Blumen, Drogerieartikel und jetzt auch rezeptfreie Medikamente. 2017 entstand daraus eine neue Idee: die Design- und Social-Media-Agentur INNOIT. Einer der Gründer, Raimund Seibold, spricht im Interview mit dem Magazin Talente für die Region darüber, wie beide Unternehmen zusammenhängen.
2015 hast du mit drei Freunden Boxbote gegründet. Was hat sich seitdem getan?
Raimund Seibold: Wir sind ordentlich gewachsen, auf vier Festangestellte und etwa 30 Kuriere. Vieles ist aber auch gleich geblieben: Wir sind nach wie vor grün, fahren mit dem Fahrrad und wollen die Augsburger Innenstadt supporten. Das kommt bei den Leuten gut an. Dieses Jahr ist außerdem noch einiges geplant: Wir programmieren unter anderem eine neue Plattform, auf der Händler Produkte über unsere Logistik zu ihren Kunden bringen lassen können. Dafür haben wir ein neues Büro in der Innenstadt mit großen Lagerkapazitäten angemietet. Dort kann man dann jederzeit bestellen und wir liefern je nach Bestellungseingang noch am gleichen Werktag aus.
Wie genau funktioniert dieser Lieferservice?
Raimund: Externe Händler bekommen für unsere Plattform ihre eigenen Zugänge. Dadurch können sie ihre Produkte hochladen – natürlich immer in finaler Rücksprache mit uns. Die Logistik, über die das Produkt wiederum an den Kunden kommt, läuft über uns. Immerhin ist das bei Boxbote unsere Kernkompetenz. Verkauft also ein Juwelier beispielsweise einen Dauerbrenner wie eine bestimmte Kette mehrmals die Woche, könnte er seinen Kunden anbieten, diese auch gleich nach Hause liefern zu lassen. Der Händler braucht also weder zusätzliche Lagermöglichkeiten, noch einen eigenen Online-Shop. Und den Endkunden kostet das Ganze nichts extra.
Nun hast du neben Boxbote noch ein weiteres Start-up mitgegründet: die Design- und Social-Media-Agentur INNOIT. Wie kam es dazu?
Raimund: Wir haben immer wieder festgestellt, dass einige unserer Boxbote-Kunden keine neuen Medien professionell einsetzen. Wir selbst sind ein junges Team, das einiges an Social-Media- und Marketing-Skills mitbringt. Da haben wir uns dazu entschlossen, diese Skills auch unseren Kunden anzubieten. Ein Best-Practice-Beispiel konnten wir praktischerweise gleich vorweisen: Von Tag eins an haben wir unser digitales Marketing bei Boxbote komplett selbst in die Hand genommen.
Gibt es daneben noch andere Pluspunkte, die du aus der gemeinsamen Arbeit in beiden Start-ups ziehen kannst?
Raimund: Auf jeden Fall. Ich merke zum Beispiel, dass Boxbote genau der richtige Eisbrecher ist, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Wir sind jung und hip und haben coole Ziele, eben wie die Augsburger Innenstadt wirtschaftlich voranzutreiben. Darauf steigen meine Gesprächspartner gerne ein. Würde ich sagen, ich komme von einer Social-Media-Agentur, dann wäre das Gespräch oft gleich wieder beendet (lacht). Wahrscheinlich merkt man mir in solchen Gesprächen aber auch einfach an, dass mein Herz nach wie vor für Boxbote schlägt. Das ist mein Baby. Für INNOIT bin ich dagegen eher der Stratege, das Gesicht und der Networker. Weshalb ich bei den ersten Gesprächen immer dabei bin, das Projekt danach aber an die jeweils verantwortlichen Projektmanager und Gestalter übergebe.
Du warst beim letzten Talente für die Region Netzwerktreffen im Landratsamt als Speaker dabei. Welche Vorteile siehst du in diesem Projekt?
Raimund: Ich bin ein großer Fan von Augsburg und kann es gar nicht verstehen, warum so viele zum Beispiel nach München wollen. Es gibt hier außerdem so viele tolle Unternehmen, von denen man die meisten allerdings gar nicht kennt. Bei Talente für die Region kommen sie in einer lockeren und dennoch konstruktiven Atmosphäre zusammen und tauschen sich aus. Das ist für mich auch der Reiz dabei: Den Mittelstand Augsburgs und Bayerisch-Schwabens kennenzulernen und vor allem die Menschen, die dahinter stecken. In diesen Gesprächen können die jüngeren von den älteren Entscheidern viel zur Unternehmensführung lernen. Die Älteren wiederum können sich bei den Jungen einiges in Sachen neues Marketing abschauen – und das alles immer auf Augenhöhe.
Welches Resümee konntest du für Boxbote und INNOIT aus deiner Teilnahme am Netzwerktreffen ziehen?
Raimund: Es war toll, unsere Start-ups vorzustellen. Einige kannten uns noch gar nicht und so haben sich nach meiner Rede tolle Gespräche entwickelt. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich zu so einem Treffen nicht mit einem Bündel Visitenkarten gehe, damit jeder in Zukunft sein Essen bei uns bestellt. Das ist nicht meine Mentalität. Ich würde von mir selbst behaupten, ein guter Verkäufer zu sein – aber auf die Nerven gehen möchte ich dabei niemandem. Und die Strategie hat sich schon oft ausgezahlt. Denn wer dann auf mich zukommt, hat echtes Interesse an einer Zusammenarbeit. So auch in diesem Fall: Während des Netzwerktreffens konnte ich mit einem potenziellen neuen Großkunden eine mögliche Strategie besprechen – und das ganz locker beim gemeinsamen Abendessen.